Einfaches Mahnverfahren Fast jeder, der ein eigenes Gewerbe anmeldet oder freiberuflich tätig ist, wird früher oder später die unangenehme Erfahrung machen, dass längst nicht alle Kunden so zahlungsfreudig sind, wie man dies gerne hätte beziehungsweise wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte. Es gibt immer einige Zeitgenossen, die glauben, sich Produkte oder Dienstleistungen praktisch umsonst zu erschleichen, indem sie einfach die fällige Rechnung nicht bezahlen. Das ist für denjenigen, der das Produkt geliefert oder die Dienstleistung erbracht hat, natürlich in höchstem Maße ärgerlich. Schließlich fehlt einem dadurch bares Geld in der Kasse, und um die Forderungen doch noch durchzusetzen, bedarf es einigen zusätzlichen Aufwands.

In solchen Fällen ist das so genannte einfache Mahnverfahren, welches auch als außergerichtliches Mahnverfahren bezeichnet wird, die nahe liegende Option. In diesem Falle wird eine Mahnung an den Schuldner geschickt, den ausstehenden Rechnungsbetrag doch bitte auf ein Konto des Gläubigers zu überweisen. Man bezeichnet eine Mahnung auch als Zahlungserinnerung. Der Schuldner wird dabei „in Verzug“ gesetzt und ihm wird eine Frist vorgegeben, binnen derer das Geld da sein muss. Eine Mahnung im einfachen Mahnverfahren ist an keine bestimmten Voraussetzungen in formaler Hinsicht gebunden, und sie kann sowohl persönlich, telefonisch als auch in schriftlicher Form per E-Mail, Fax oder Brief erfolgen. Am weitesten verbreitet ist auch heute noch die Briefform.

Das einfache Mahnverfahren ist extra dazu da, um die Gerichte zu entlasten und zunächst einmal die Gelegenheit dazu zu geben, dass sich die beiden Vertragsparteien außergerichtlich einigen. Es betrifft also lediglich die beiden Parteien, die ohnehin schon in die Sache involviert sind. Lässt sich auf dieser Art und Weise eine Einigung erzielen, so haben alle sich eine Menge Stress, Zeit und Ärger erspart, greift das außergerichtliche Mahnverfahren jedoch nicht und selbst mehrmalige Mahnungen seitens des Gläubigers laufen beim Schuldner ins Leere, dann kommt man wohl leider nicht umhin, das gerichtliche Mahnverfahren in Anspruch zu nehmen.








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