Factoring
Factoring ist ein Begriff aus dem Finanzwesen.

Das Factoring beschäftigt sich mit der Umsatzfinanzierung von Unternehmen und ist somit eine Finanzdienstleistung. Oftmals müssen Unternehmen lange auf einen Zahlungseingang warten. Eigentlich kann dies ein Unternehmen aber nicht, da auch die laufenden Kosten finanziert werden müssen. Mit dem Factoring oder einer Unternehmensfinanzierung kann dies nicht passieren. Hier bekommt das Unternehmen den Großteil des Forderungsbetrages von der Factoringgesellschaft ausgehändigt. Dies entspricht der wahren Forderungssumme minus einer gewissen Gebühr und Zinsen, die die Factoringgesellschaft einbehält. Die Factoringgesellschaft, auch Factor genannt, kauft dem jeweiligen Unternehmen die Forderung ab. Das heißt, dass der Kunde seine Zahlungen ausschließlich an die Factoringgesellschaft richten muss. Außerdem nimmt der Factor auch das Delkredererisiko auf sich.
Dies bedeutet, dass der Factor auch mit der Zahlungsunfähigkeit des Kunden rechnen muss. Beim Factoring wird in zwei Arten unterschieden. Einmal in echtes Factoring und in unechtes Factoring. Nur beim echten Factoring übernimmt der Factor das Delkredererisiko. Beim unechten Factoring dagegen übernimmt er dies nicht. Dies ist eher als eine Art Darlehen anzusehen. Da dies laut BGB zu einer Sittenwidrigkeit führen kann, wird in Deutschland ausschließlich das echte Factoring angewandt. Auch wenn Factoring ein sehr moderner Begriff ist, der aus den Vereinigten Staaten kommt, gab es bereits im alten Babylonien Vorläufer des heutigen Factorings. Das alte Babylonien existierte um 1830 vor Christus.

Beim heutigen Factoring bieten die meisten Gesellschaften neben der eigentlichen Unternehmensfinanzierung auch einen Full-Service an, dies heißt, das der Factor auch die gesamte Debitorenbuchhaltung, einschließlich Mahnwesen und Inkasso übernimmt.